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Punch Brothers: Fliegen mit den Durchgeknallten

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Monday August 13, 2018

From Frankfurter Allgemeine

Fliegen mit den Durchgeknallten
By: Cornelius Dieckmann

[…] Fad ist jedenfalls nicht, was die Band auf ihrem neuen Album „All Ashore“ vorgelegt hat. Schon das erste, titelstiftende Stück verwehrt sich jedweder Monothematik. Es beginnt mit einer verspielten Banjo-Melodie, die sich nach einer Weile in eine recht eigen synkopierte Strophe verwandelt (Thiles Mandoline akzentuiert abwechselnd 1, 2 und 4 beziehungsweise 1, 3 und 4), um schließlich in eine andächtige Dreifachharmonie zu münden. Sieben Minuten dauert das Stück, und man möchte hinterher tief durchatmen und es gleich noch einmal hören, um seine bunten Einzelteile erst so richtig zu verstehen. Durchaus lässt sich da von Progressive Bluegrass sprechen, Betonung auf progressive.

Ohnehin hat sich das 2006 gegründete Quintett von seiner traditionellen Besetzung – Gitarre, Banjo, Kontrabass, Geige und Mandoline – noch nie einengen lassen. Schon auf früheren Platten mischen sich in das vermeintlich schlichte Americana-Gerüst etwa kammermusikartige Passagen und kleine Choralabschnitte. So geht es auf dem neuen, von der Band selbst produzierten Album mit einem verblüffend hybriden Song weiter. Bis zum Mittelteil von „The Angel of Doubt“ singt Thile noch in zurückhaltendem Falsett über den Kampf mit den inneren Dämonen. Dann aber – „It’s 4 a.m. / Our families are sleeping / We’re all alone / Our demons are hissing“ – melden sich diese selbst zu Wort: in Gestalt eines rappenden Chris Thiles. In regelrechter Eminem-Manier trägt er blitzsauber Zeile um Zeile über Selbstzweifel und lebendig begrabene Träume vor – bis das Stück abrupt endet und von einem dezenten Instrumental abgelöst wird.

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